„Ökologischer Holzbau ist keine Frage des Glaubens – wir müssen das Umdenken schaffen“

Interview Herbert Niederfriniger - Geschäftsführer holzius

Nach Ausbildungen als Förster und Tischler gründete er 2005 sein Holzbau-Unternehmen: Herbert Niederfriniger

Interview mit holzius-Geschäftsführer Herbert Niederfriniger

Die Firma holzius aus Südtirol gilt als Spezialist im Bereich des ökologischen Vollholzbaus. Kern der patentierten Bauweise ist eine Gratleiste mit Kanten in Schwalbenschwanzform, wobei uralte handwerkliche Techniken neu kombiniert werden. Sie sichert Formstabilität und dauerhafte Luftdichtheit. Wir sprachen mit Gründer Herbert Niederfriniger, von Hause aus Tischler und Förster, über die wachsende Nachfrage nach Holz auch im Geschosswohnungsbau – und über die Herausforderungen, die dieses „Höhenwachstum“ mit sich bringt.

Herr Niederfriniger, im März wurde das aktuell höchste Holzhaus der Welt in Norwegen eingeweiht, bereits 2016 vollendete die kanadische University of British Columbia ein 53 Meter hohes Studentenwohnheim, das hauptsächlich aus Holz besteht, und in diesem Juni soll das viel beachtete „HoHo“ in Wien eröffnen – es hat 24 Stockwerke. Momentan scheint es eine Art Boom in der Holzbauweise zu geben – wie kommt es Ihrer Meinung nach dazu?

Boom, nun ja … (lacht). Davon rede ich jetzt noch nicht, es sind immer noch einzelne Projekte. Nachfragen sind aber vermehrt da – Gott sei Dank! –, und sie bringen das Holz zurück in die Stadt. Bei der Nachverdichtung, die vielerorts kommen wird, sehe ich ganz einfach die Vorteile massiv. Da wäre etwa die deutlich kürzere Bauzeit, wodurch Straßen nicht lange gesperrt werden müssen, einfach durch die Vorfertigung der Bauteile. Allein aus diesem Blickwinkel wird es also einen Boom geben.

Witterungsunabhängig und exakt werden die einzelnen Bauteile aus Holz in der Werkstatt vorgefertigt. So wird ein hoher Qualitätsstandard erreicht. Alles wird vorab durchgeplant, so müssen sämtliche Aussparungen für Rohrleitungen, Steckdosen und Lichtschalter bereits in den Wandelementen enthalten sein. Durch die Vorfertigung wird eine kurze Bauzeit realisiert, auf der Baustelle selbst erfolgt lediglich noch die Montage. Straßen müssen seltener oder gar nicht gesperrt werden, die Lärmbelastung für die Anrainer wird reduziert. Eine Herausforderung ist der Transport: Was, wenn nicht in der Gegend, in der gebaut wird, auch vorproduziert werden kann? Es gibt bislang nur wenige Firmen, die eine umfangreiche Vorfertigung für Großprojekte leisten können.

Noch immer wird fälschlicherweise angenommen, Holzhäuser hätten eine erhöhte Brandgefahr. Dabei brennen Holzhäuser nicht häufiger als Gebäude aus anderen Baustoffen. Auch die Annahme, dass frühere Brandkatastrophen hauptsächlich auf den Hausbau mit Holz zurückzuführen sind, können Historiker mit einigen Argumenten widerlegen. So fehlten oft eine Feuerwehr und eine richtige Wasserversorgung, außerdem wurden in den Gebäuden Brandlasten wie Stroh und Heu gelagert und die Bewohner betrieben ungeschützte, offene Feuerstellen sowie Kamine.

Vorgefertigte, massive Holzbauelemente beispielsweise erreichen Feuerwiderstandsklasse F90 und erfüllen sogar die erhöhten Brandschutzanforderungen für Hochhäuser – das stellten Brandversuche unter Beweis.
Quelle: https://www.haus.de/bauen/baulicher-brandschutz-fuer-holzhaeuser

Bisher war die einzige Möglichkeit, tragende und aussteifende Bauteile aus Holz auch in der Gebäudeklasse 4 einsetzen zu können, diese durch nichtbrennbare Verkleidungen zu kapseln, also in einem recht aufwändigen Verfahren mit nichtbrennbaren Plattenmaterialien zu bekleiden. In der GK 5 war eine Holzbaukonstruktion ganz ausgeschlossen. Im modernen Holzbau ist es aber mit zeitgemäßen bauaufsichtlichen Regelungen möglich, sowohl in der GK 4 als auch in der GK 5 Holz – auch sichtbar – einzusetzen. Im Massivholzbau beispielsweise kann über den Abbrand des Materials der notwendige Brandschutz nachgewiesen werden. Das bedeutet, dass das Material von Anfang an um den Wert erhöht wird, der durch ein Feuer abbrennen würde, so dass trotz Brand die erforderliche statische Höhe erhalten bleibt. Massive Bauteile aus Vollholz, Brettschichtholz oder Brettsperrholz können gut verwendet werden, wenn das Holz sichtbar bleiben soll, da sie keine Hohlräume haben.
Quelle: https://www.oekologisch-bauen.info

Holz entsteht, indem sich viele kleine Zellen bilden. “Wegen der vielen im getrockneten Zustand luftgefüllten Zellen ist Holz ein schlechter Wärmeleiter und zeigt so bemerkenswerte Dämmeigenschaften” (Bauen und Leben in Holz, Salthammer/Marutzky 2013). Dieses Prinzip kennen wir schon von kalten Wintertagen: Am wärmsten ist uns, wenn wir auf den so genannten Zwiebel-Look setzen – also mehrere Schichten Kleidung anziehen. Zwischen jeder Schicht entsteht so ein Luftpolster, das eine isolierende Wirkung hat. Denn Luft gehört zu den schlechtesten Wärmeleitern überhaupt. Ähnlich verhält sich das bei der Struktur des Holzes. Aufgrund dieses Aufbaus weist schon Massivholz sehr gute Wärmedämmwerte auf. Diese lassen sich anhand des so genannten U-Werts feststellen. Dabei handelt es sich um den Wärmedurchgangskoeffizienten – einen Wert, der angibt, wie viel Wärme durch einen Gegenstand nach außen strömt. Je niedriger ein U-Wert, desto besser ist die Wärmedämmung. Kiefer und Fichte weisen einen U-Wert von 0,13 W/(m²·K) auf, Eiche hingegen kommt ‘nur’ auf 0,2 W/(m²·K). Erklären lässt sich das mit dem Gewicht, der so genannten Rohdichte des Holzes.

Quelle: Hubert – Magazin für Holzkultur https://www.sorpetaler.de/hubert/nachhaltig-bauen-und-sanieren/waermedaemmung-holz/

Das Holz für Ihre Häuser stammt aus PEFC-zertifizierten Wäldern – was bedeutet das genau, welche Standards werden eingehalten?

Es wird nur so viel Holz eingeschlagen, wie natürlich zuwächst. Das ist das Prinzip der nachhaltigen Waldwirtschaft. Das kann man sich vorstellen wie beim Zusammenhang von Kapital und Zinsen: Es werden sozusagen nur die Zinsen entnommen, an das Kapital wird nicht herangetreten. Würde man an das Kapital herantreten, wäre schlussendlich immer weniger da. Ein weiteres Kriterium ist, dass die Menschen für ihre Arbeit einen gerechten Lohn erhalten.

Wieviel Holz können heimische, nachhaltige Wälder liefern? Gibt es eine natürliche Grenze?

Stand heute ist immer noch genügend Holz am Markt. Sollte der Boom eines Tages so weit gehen, dass sehr viel mehr Holz nachgefragt würde, greift die einschränkende Maßnahme der Zertifizierung – somit würde der Preis logischerweise steigen. Doch davon sind wir noch weit entfernt. Heute werden in der EU etwa zwei Drittel des Zuwachses entnommen (Anmerkung der Redaktion: In Deutschland beläuft sich der Prozentsatz bereits auf rund 92 % des Zuwachses).

Ihre Firma holzius bietet sogenannte Vollholz-Lösungen an und arbeiten komplett leim- und metallfrei. Wie muss man sich den Rückbau eines solchen Hauses vorstellen?

Beim Abbau entstehen keinerlei Abfälle, die nicht wiederverwertbar sind. Elemente, die noch gut nutzbar sind, werden entnommen und neu zugeschnitten, um kleinere Objekte zu realisieren. Nur im schlimmsten Fall werden Bestandteile thermisch verwertet.

Sprich, sie werden als Feuerholz verheizt. Warum ist das für Sie der „schlimmste Fall“?

Das im Holz gebundene CO² würde dann wieder freigesetzt. Wobei die Kilowattstunden an Energie natürlich nutzbar sind.

„Ein Holzbau hat kein Verfallsdatum“

 Stichwort Lebensdauer: Wie lange hält ein Vollholz-Haus im Vergleich zu einem herkömmlichen Ziegel- oder Betonhaus? Was lässt sich darüber sagen?

Wenn ordnungsgemäß gebaut wird, das heißt, dass sämtliche Anschlussdetails wie Sockel, Fensterbank, Dachabdichtung und so weiter nach Stand der Technik errichtet werden und zudem innen bei der Wasserleitungsführung darauf geachtet wird, dass keine Leckagen entstehen, dann hat ein Holzbau kein Verfallsdatum – ganz klare Aussage.

Muss man einen Holzbau denn speziell pflegen?

Nein. Man muss lediglich schauen, dass das Holz an keiner Stelle dauerhaft nass wird.  Ich vergleiche das mit einem Menschen, der dauerhaft nass würde vom Alkohol. Da würde es irgendwann Schwierigkeiten geben. Einmal zu viel Alkohol trinken kann der Körper noch verarbeiten. Beim Holz ist es ähnlich, einmal nass werden macht nichts, das trocknet wieder aus. Problematisch wird es, wenn circa 25 Prozent Holzfeuchte dauerhaft bestehen bleiben, denn dann fängt die Rotfäule an.

Das hat jedoch nichts mit klimatischen Bedingungen zu tun, etwa in besonders regenreichen Regionen.

Nein, es geht hier nur um Baumängel, das ist reine Bauphysik.

Wenn ein Vollholzhaus errichtet wird, geschieht dies energiearm. Auf welche „Energiefresser“ beim Bau kann verzichtet werden?

Wir haben in der Holznutzung gegenüber anderen Baustoffen wie Stahlbeton einen großen Vorteil, weil wir schon in der Herstellung weniger Energie verbrauchen.

So sind die Späne im Sägewerk ja wieder eine organische Substanz, die als Energieträger genutzt werden kann. Aus dem Grund kann ein Sägewerk durch die Abfälle, die keine Abfälle sind, eine relativ große Einsparung aufweisen. Schauen wir uns dagegen zum Beispiel Stahlbeton an, so muss Zement ja gebrannt werden, zudem können die Abfälle aus der Produktion dort nicht wiederverwertet werden und sie enthalten keine Energie. So kommen wir auf etwa eine Tonne CO²-Einsparung pro Kubikmeter Holz im Vergleich zu anderen Materialien. (Anmerkung der Redaktion: Fünf Prozent der CO²-Emissionen stammen derzeit aus der Zementproduktion.)

Zudem haben wir dann noch circa eine Tonne CO² im Holz gespeichert. Betrachten wir also einmal den primären Energiebedarf bei der Herstellung und dazu die Speicherleistung des Holzes selbst, so kommen wir in Summe auf einen Unterschied von zwei Tonnen CO² pro Kubikmeter Werkstoff.

„Ein nichtbewirtschafteter Wald hat keine CO²-Senkenleistung“

„Aber die armen Bäume!“ Viele Menschen haben dennoch beim Werkstoff Holz gewisse Skrupel.

Es ist in der Tat wichtig, dass wir die Waldnutzung auch für Laien transparent machen. Die Reaktion ist ja oft: „Oh wie schade, so viele Bäume mussten jetzt gefällt werden und hätten die nicht besser im Wald bestehen bleiben können.“ Man muss sich vorstellen, dass der Zuwachs in einem nichtbewirtschafteten Wald nicht so hoch geht wie in einem Nutzwald. Das Holz, das abstirbt, vermodert, dadurch wird das gespeicherte CO² freigesetzt. Für den CO²-Gehalt ist es im Endeffekt eigentlich wurscht, ob das Holz am Waldboden vermodert oder verfeuert wird. Logischerweise wird im Humusaufbau zu einem kleinen Prozentsatz CO² gespeichert, er ist jedoch vernachlässigbar gering.

Was ich sagen will ist, dass ein nicht bewirtschafteter Wald eine nur sehr geringe CO²-Senkenleistung hat. Die haben wir nur dann, wenn wir das Holz dem Wald entnehmen und damit zum Beispiel ein Haus bauen, das über viele Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte, bestehen bleibt …

… während im Wald bereits neues Holz, das wiederum CO² speichert, nachwächst.

Ganz genau. Ein restriktives Forstgesetz regelt zudem, dass das Kapital eines Waldes, wie gesagt, nicht angerührt wird. Das ist festgeschrieben. Der Begriff der Nachhaltigkeit kommt ja ursprünglich aus der Forstwirtschaft.

„Ich speichere in meinem Haus mehr CO² als ich mit Autofahrten je ausgeben kann“

In Baden-Württemberg wurden zuletzt baurechtliche Bestimmungen gelockert, was Holzbauten bis zur Hochhausgrenze ermöglicht. In Hamburg wird das Bauen aus Holz subventioniert. Sind das Maßnahmen, die den Trend unterstützen?

Die Erkenntnis der Menschen, dass wir beim Klimaschutz nicht so weiter machen können wie bisher, die Tatsache, dass Leute die Verantwortung übernehmen – das macht den Unterschied aus. Ich speichere in meinem Haus mehr CO² als ich mit Autofahrten oder allem, was ich so tue, je sozusagen „ausgeben“ kann. Da liegt der Vorteil auf der Hand.

Gleichzeitig geht die Verwaltung mit gutem Beispiel voran, denn durch öffentliche Gebäude wie Schulen oder Ämter wird Holz sicht- und erlebbar für Besucher. Die Menschen merken: „Ah, Holz gibt mir ein wohliges Gefühl.“ Die gute Praxis in diesem Bereich hilft uns.

Schwappt der Trend auch aus dem Einfamilienhaus-Bau herüber?

Natürlich. Das Klima in so einem Haus, das Ambiente, überzeugt. Nun ist Holzbau nicht gleich Holzbau. Mir ist es wichtig herauszustreichen, dass man baubiologische Materialien verwenden und den Prozess des wohngesunden Bauens in den Vordergrund stellen muss. So erhalte ich ein behagliches Haus und habe etwas für den Klimaschutz getan – was will ich mehr.

„Wir können mit den Kosten auf ein gutes Niveau kommen, wenn eine Holzbau-affine Planung realisiert wird“

Was muss passieren, damit auch klassische Bauträger im Geschosswohnungsbau noch öfter auf Holz setzen? Inwieweit kann Holz zum Gewinnstreben passen?

Was wir Holzbauer schaffen müssen ist, dass wir durch gute Praxisbeispiele die Angst vor dem Holzbau nehmen. Dem Holzbau wird ja nachgesagt, dass wir manches Problem haben, ein akustisches und zum Teil auch ein statisches.

Es ist ein Prozess. Noch fehlt uns im Holzbau die Masse. Aktuell sind Techniker es gewohnt, sich was Bauphysik und Schallschutz angeht im Bereich Massivbau zu betätigen. Ihnen fehlt beim Holzbau der Erfahrungsschatz, vielleicht auch die Ausbildung.  Wir müssen mit entsprechendem Know-how die Aufwände betreiben, den Schallschutz hinzubekommen. Und wir bekommen ihn hin, auch einen erhöhten Schallschutz. Schulen, Turnhallen – haben wir alles schon realisiert, es ist machbar.

In Summe, wenn man alle Faktoren zusammenzählt, sind wir auch durchaus preiswert. Wenn man die Wohngesundheit mit hineinnimmt, wenn man die Rückbaubarkeit, also die Abfallwirtschaft mit hineinnimmt, wenn man den Klimaschutz und die Behaglichkeit mit hineinnimmt, dann sind wir eine sehr preiswerte Variante, zu bauen.

Sie sprechen das Thema Rückbau an. Haben Sie den Eindruck, dass hier noch zu kurzfristig gedacht wird?

Absolut! Wichtig ist, dass wir endlich anfangen, den Rückbau monetär mit zu berechnen. Das ist ganz einfach notwendig. So wird die Ressource Wasser in den Städten immer knapper werden. Bitte schauen sie mal, welche Unmenge an Staubbegrenzungswasser versprüht werden muss, wo ein Haus abgebrochen wird, um die Anrainer nicht allzu sehr zu belasten. Auch das ist ein Thema.

Was lässt sich zur Optik der Holzhäuser sagen: Wandelt sich mit der Entscheidung für diesen Baustoff auch die Architektur?

Wir Holzbauer tendieren dazu zu sagen, alles ist möglich, jeder Architekturstil ist möglich. Ich behaupte, möglich schon – aber nicht sinnvoll. Es ist weder ökologisch noch ökonomisch sinnvoll, im Holzbau alles nachahmen zu wollen, was der Stahlbetonbau über die Jahrzehnte vorgezeigt hat. Wir sind preiswert und können mit den Kosten auf ein gutes Niveau kommen, wenn eine Holzbau-affine Planung realisiert wird.

Es macht Sinn, Holzbau-affine Architektur zu machen – und das ist dann auch schön! Statisch konsequente, nachvollziehbare Wege der Lastenabtragung sparen Kosten und auch Dimensionen, sparen Stahlträger. Wir müssen darauf gleich zu Beginn der Planungen hinweisen.

Wenn von Anfang an Experten mit ins Boot holt, bekommt ein konkurrenzfähiges Ergebnis?

Definitiv. Wir haben in Stuttgart nachgewiesen, dass der Unterschied recht gering ist. Da wurden zwei ähnliche Gebäude nebeneinander realisiert, zur gleichen Zeit. Das Ergebnis überzeugte. Es waren aber einfach auch Techniker, Architekten, Statiker, Schallschützer mit am Tisch, die in der Denke Holzbau-affin sind. So konnten im Team Details gelöst werden, und so kam etwas Gescheites heraus.

Sie sagen, der Wert eines Hauses bemisst sich auch an seinem Wert für die Gemeinschaft. Haben Sie den Eindruck, dass diese Einschätzung sich in der öffentlichen Meinung langsam durchsetzt?

Schauen Sie, glauben oder nicht glauben: Wenn wir weiterkommen wollen auf dieser Erde hier und einen Fortbestand haben wollen auf dieser Erde – und diese große Zahl an Menschen weiterhin hier leben soll – dann ist ein Umdenken ganz einfach notwendig. Wir werden sicherlich noch einiges an Leiden ertragen müssen, bis die Erkenntnis soweit kommt, dass wir nur diesen einen Weg haben. Es wird dahin kommen. Es wird aber noch einiges an Wegstrecke brauchen, damit Leute aufwachen. Ich möchte hier auch wirklich die Jugend nennen, die was den Klimaschutz angeht gerade aufwacht. Vielleicht sind wir Älteren einfach zu verkorkst, so dass wir eine ganze Generation brauchen, um uns neu auszurichten. So weitermachen wie bisher geht nicht, es geht nicht! Immer größer, immer noch mehr und mehr, viel zu viele Ressourcen verbrauchen. Wir müssen aufwachen, ob wir es wollen oder nicht.

Da sind zugleich logischerweise auch Lobbyisten am Werk, die uns weismachen wollen, dass es auch anders geht … (seufzt) – ich wünsche und glaube, für uns alle, dass wir das Umdenken dennoch schaffen.

Herr Niederfriniger, wir danken Ihnen für das Gespräch!